
Mai 2011
Iannis Xenakis
In Kooperation mit Fundação Casa da Música
Spielort: Karlsplatz, vor der Karlskirche
Premiere: 19. Mai 2011, 20.30 Uhr
Folgetermine: 20., 21. Mai 2011, 20.30 Uhr
Eintritt frei
Musikalische Leitung: Peter Rundel
Künstlerisches Konzept und Inszenierung: Carlus Padrissa (La Fura dels Baus)
Künstlerisches Konzept und Bühnebild: Roland Olbeter
Regieassistenz und Choreographie: Saskia Hölbling
Pyrotechnik: Thomas Bautenbacher
Kostüme: Chu Uroz
Dramaturgie: Sabine Föllinger
Kassandra, Athena: Carl Rosman (Bariton)
Schlagzeug solo: Dirk Rothbrust
Webern Kammerchor (Leitung: Alois Glaßner)
Remix Ensemble Porto
Warum tötet ein Mensch einen Menschen? Das ist das Thema der Orestie. Die Tragödientrilogie spinnt ein Netz von familiären, politischen und religiösen Bezügen, um die zahlreichen Morde innerhalb einer Familie, dem Haus des ruhmreichen Feldherrn Agamemnon, zu erklären. Blutige Gewalt beherrscht die Bühne, und am Ende steht die Frage, ob es ein Ende der Konflikte geben kann.
Xenakis erweist sich in seiner Oresteïa als genauer Kenner des antiken griechische Theaters. Seine Komposition dominieren Schlagzeug, hochvirtuoser solistischer Bariton-Gesang und der Chor als Protagonist. Die seiner Oresteïa ganz eigene archaisierende Wirkung schafft Xenakis insbesondere durch die Konzentration auf prägnante Rhythmen und die Verwendung von Mikrointervallen.
Regisseur Carlos Padrissa, Bühnenbildner Roland Olbeter und die Gräzistin Sabine Föllinger wollen in dieser Produktion dem Geist der antiken griechischen Tragödie nachspüren und diesen zugleich heute erfahrbar machen, - als Verhandlung des Lebens im öffentlichen Raum. Die Spielstätte ist der Brunnen vor der Karlskirche und Wasser und Feuer werden die zentralen Gestaltungselemente dieser Opernproduktion sein: Damit aus ihr das vitale Feuer der Griechen fließe, das die Tragödie und ihren transzendentalen Charakter umgibt, mit ihrer Erfahrung über das Wasser des Lebens und der Luft des Todes. Das Leben ist wie eine ewige Quelle, die immer sprudelt, sich dazu selbst zerreißt und den Schmerz und die Leiden empfindet, vom Wesentlichen abgetrennt zu sein. (...) Das ist es, was Fura dels Baus immer angestrebt hat, vor allem in ihren ersten Arbeiten, und in der Orestie sehen wir sie wieder bei dem Versuch, dieses Spiel des ständigen Aufbaus und Abrisses der Welt zu reflektieren und dem Zuschauer eine Tür zu diesem Mysterium zu öffnen. (Carlus Padrissa)