(2003)

Massacre


MASSACRE

WOLFGANG MITTERER MASSACRE
Frei nach Christopher Marlowe. Libretto von W. Mitterer und S. Müller (URAUFFÜHRUNG)

Peter Rundel (Musikalische Leitung)
Joachim Schlömer (Inszenierung)
Mit: Jodi Melnick, Georg Nigl, Katia Plaschka, Bettina Pahn, Alexander Plust, Sebastian Rowinsky, Annette Stricker, Kuo-Chuan Wang, Ingrid Weisfelt.

Premiere: 18. Mai 2004 (Palais Ronacher)

Idee und Künstlerische Konzeption: Wiener Taschenoper. Kompositionsauftrag und Produktion in Kooperation mit den Wiener Festwochen.

 

Marlowes Tragödie THE MASSACRE AT PARIS - und damit die Bartholomäusnacht des Jahres 1572, in der im Namen des Königs von Frankreich und seiner Hintermänner alle Hugenotten ausgemerzt werden sollten - ist die literarische Basis dieser Oper.

Wolfgang Mitterer interessiert an diesem Stoff die Ausweglosigkeit verfestigter Hass-Systeme: "Es gibt kein Entrinnen, wenn Andersdenkende im Namen von ... kopflos schlachten, wenn Vergessen so viel schwerer ist als Rache schwören." (W. Mitterer)

Weit weg von der Abbildung massenhafter Pogrome entfaltete Joachim Schlömer das Bühnengeschehen als kammertheatralische Etüde, in der die Akteure nicht mehr individuell hervortreten und Täter und Opfer absichtsvoll unscharf gehalten werden.

"Die Partitur gehört zum Aufregendsten, Dichtesten und Spannendsten, das in den letzten Jahren zu hören war. Denn Sie legt künstlerische Qualität frei, die manche Avantgarde-Kollegen niemals erreichen. (...) Bedrückend lange war die Klassikproduktion nicht mehr so lebendig wie diese Festwochen-Uraufführung." (Financial Times Deutschland)

"´massacre´ bietet als Festwochen-Koproduktion mit der Wiener Taschenoper 90 Minuten intensives zeitgenössisches Musiktheater; sorgfältig erarbeitet und mit Hingabe interpretiert." (Tiroler Tageszeitung)

"Betörend schöne Momente, etwa ein Bach-Echo, werden mit Elektronik und Tierlauten konterkariert. (...) Rühmenswert die Leistung des Dirigenten Peter Rundel und seines Kammerensembles. (...) Wunderbar auch die Schlusscoda. Während die Kerzen und der Lärm der Welt verlöschen, und die Glocke von Notre-Dame verstummt, schleppt sich der Horrorengel der Geschichte leise davon." (Die Welt)

"Mit ´Massacre´ erleben die Festwochen ihre innovativste Produktion". (DOLOMITEN Tagblatt der Südtiroler)