(1999)

Satyricon


BRUNO MADERNA SATYRICON (1972/73)
Oper in einem Akt. Libretto von Bruno Maderna nach der "Cena Trimalchionis" aus Satyricon von Gajus Petronius Arbiter

Peter Rundel (Musikalische Leitung)
Jewgenij Sitochin (Inszenierung)
David Borowskij (Bühnenbild, Kostüme)
Mit: Philip Sheffield, Heidrun Müller, Garrie Davislim, Alessandro Cortese, Philippa Grummet, Jee-Eun Yeo, Konrad Huber.

Premiere: 4. November 1999 (Jugendstiltheater)

Eine Produktion von Wiener Taschenoper in Kooperation mit Wien Modern.

 

Als Vorlage für sein Satyricon wählt Bruno Maderna die "Cena Trimalchionis" von Gajus Petronius Arbiters Erzählungen aus dem alten Rom. Der Fokus auf dieses ausschweifende Mahl porträtiert eine Gesellschaft, die durch ihre politische und soziale Dekadenz am Rande des Abgrundes tanzt. Maderna vermeidet es jedoch moralisierend oder politisierend Stellung zu beziehen. Und dennoch: die offene Form dieses Werkes und die musikalische Collagentechnik (Maderna behauptet nicht ohne Koketterie, keine einzige Note sei von ihm), die sich aus dem Fundus verschiedenster Jahrhunderte und Musikstile bedient, legt Brüche offen und schafft ironisch Querbezüge zum Heute.

Inszeniert wurde dieses Werk bewusst nicht als ausschweifendes Fin-dé-siècle-Epos à la Fellini, sondern voll tiefgründigem Humor und feiner Ironie als Kammerstück mit fein gezeichneten Charakteren von Jewgenij Sitochin. Das Bühnenbild dazu schuf einer der ganz Großen seines Faches: David Borowskij, dessen Bühnenbild zu Hamlet bei einer Ausstellung im Centre Georges Pompidou Paris unter die zehn besten Bühnenbilder des 20. Jahrhunderts gereiht wurde!