(2006)

Orfeo ed Euridice

Christoph Willibald Gluck


ORFEO ED EURIDICE

Besetzung
Ferdinando Maffii (Musikalische Leitung)
Jennifer Lacey (Inszenierung und Choreographie)
Nadia Lauro (Bühnenbild, Kostüme)
Helga Utz (Dramaturgie)

Georg Nigl (Orfeo)
Theresa Dlouhy (Euridice)
Elisabeth Rombach (Amor)

Lanterna Magica (Orchester)
Webern Kammerchor der Universität für Musik Wien

 

Gluck und Schönbrunn

Christoph Willibald Gluck war in den 60er-Jahren des 18. Jahrhunderts regelmäßig im Schloss Schönbrunn zu Gast. In intimem Rahmen wurden hier manche seiner Opern aufgeführt. Die Kinder der Kaiserfamilie traten dabei zum Teil auch als Solisten hervor. Neben der Großen und der Kleinen Galerie war insbesondere der Zeremoniensaal ein beliebter Ort für solche Darbietungen.

Oper und Tanz
In der klassischen Opera seria sind die Sänger nicht so sehr Träger einer Handlung, sondern vielmehr Ausdruck von Affekten und Emotionen, von Liebe, Schmerz, Tod. Zur Zeit Glucks gab es auch den Beruf des Opernregisseurs noch nicht. Es waren die angesehensten Choreographen der Zeit, die Oper inszenierten. Und so wird auch in dieser Produktion eine der Pionierinnen des zeitgenössischen Tanzes, Jennifer Lacey, den Orfeo in Szene setzen.

Originalklang
1762 wurde Orfeo am Wiener Hoftheater uraufgeführt, im selben Jahr die Große Galerie des Schlosses Schönbrunn fertiggestellt. Wenn nun diese Oper, gespielt auf historischen Instrumenten, im Zeremoniensaal erklingt, so ist dies natürlich auch eine Zeitreise ins kaiserliche Ambiente des 18. Jahrhunderts, jedoch - gebrochen durch den Blickwinkel des zeitgenössischen Tanzes - mit den Stilmitteln der Gegenwart.