(2000)
IANNIS XENAKIS ORESTEïA (1967/92)
für Bariton, gemischten Chor, Kinderchor und Kammerensemble
(ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG)
Peter Rundel (Musikalische Leitung)
Keith Sonnier (Rauminstallation & Licht)
Mit: Spyros Sakkas, Adam Weisman, Kammerchor der Universität für Musik Wien
Premiere: 20. November 2000 (Wiener Konzerthaus, Neuer Saal)
Eine Produktion von Wiener Taschenoper in Kooperation mit Wien Modern
Angelehnt an die Orestie von Aischylos changiert Iannis Xenakis Bühnenwerk zwischen chinesischer Oper und altgriechischem Drama. Die Komposition basiert auf drei Säulen: Dominantes Schlagwerk, hochvirtuoser, solistischer Bariton-Gesang und dem Chor als Protagonisten. Thematisch legte Iannis Xenakis den Schwerpunkt auf die Affirmation der städtischen Gerichtsbarkeit hin zur Utopie menschlicher Gerechtigkeit. Ein Schritt, der bei Aischylos noch fehlt. Am Ende des Stückes wird das Publikum in die Aufführung miteinbezogen, als Aufforderung zur Emanzipation, zur Beendigung der Rolle als passiver Beobachter einer blutigen Wirklichkeit.
Der amerikanische Licht-Künstler, Keith Sonnier, inszeniert dieses Werk als multimediale Licht-Bild-Raum-Installation, die den Zuschauer quasi ins Zentrum des Geschehens rückt, gefangen und gebannt in der Mitte des Raumes, umgeben von Chor, Solisten und Orchester.
"Sonnier wirft an die Wände abstrakte Projektionen, die in Erdfarben an die Keramik Mykenes, der Stadt Agamemnons und Oresteïas, erinnern; er lässt Neongespinste wie Zeichen der Götter über den Laufstegen schweben; und er schreibt dem Chor magische Schriftzeichen auf die nackten Oberkörper... Eine spektakuläre, bejubelte Aufführung." (Neue Kronenzeitung)
"Dirigent Peter Rundel inszeniert mit dem Ensemble der Wiener Taschenoper ein delikates Spiel mit Wucht und Archaik, erweckt die raffinierte Partitur in ihrer ganzen bedrängenden Unmittelbarkeit. Danke!" (Der Standard)
"Peter Rundel, einer der profiliertesten Dirigenten für neue Musik (...), lässt den Hörer in einem Mahlstrohm ´vorzivilisatorischer Folklore´ tauchen. Eine spektakuläre, bejubelte Aufführung. " (Neue Kronenzeitung)